Games.Hispanistica ist als offenes Projekt angelegt. Ziel ist es nicht, ein abgeschlossenes Produkt bereitzustellen, sondern eine Struktur, die weiterentwickelt, angepasst und in unterschiedlichen Kontexten genutzt werden kann. Diese Offenheit betrifft sowohl die Inhalte als auch die technische Umsetzung der Games-Module.
Die enge Verbindung zum digitalen Lehrbuch Spanische Linguistik @ School, das als Open Educational Resource konzipiert ist, bildet dabei den Ausgangspunkt. Games.Hispanistica greift diesen Gedanken auf und überträgt ihn auf interaktive Formate: Lernmaterialien sollen nicht nur konsumiert, sondern gemeinsam weiterentwickelt werden können.
Entwicklung als Teil der Lehre
Die Games-Module entstehen nicht losgelöst von der Lehre, sondern aus ihr heraus. Spielmechaniken, Aufgabenformate und Inhalte werden in Lehrveranstaltungen entwickelt, erprobt und überarbeitet. Studierende sind an diesen Prozessen beteiligt und bringen fachliche, didaktische und konzeptionelle Perspektiven ein.
Diese Form der offenen Entwicklung macht sichtbar, dass digitale Lehrmaterialien nicht „fertig“ sind, sondern wachsen. Gleichzeitig wird deutlich, dass hinter den Games keine vorgegebenen technischen Lösungen stehen, sondern didaktische Entscheidungen: Welche Inhalte eignen sich für ein bestimmtes Format? Wie lassen sich typische Verständnisschwierigkeiten abbilden? Welche Rückmeldungen sind sinnvoll?
Technik und KI als Empowerment
Die technische Umsetzung von Games.Hispanistica ist bewusst so angelegt, dass sie die didaktischen und konzeptionellen Ideen des Projekts unterstützt und erweitert. Die zentralen Überlegungen zu Inhalten, Spielmechaniken und Aufgabenformaten entstehen dabei primär aus der gemeinsamen Arbeit von Studierenden und Lehrenden. Technik und KI dienen nicht als Vorgabe, sondern als Mittel, um diese Ideen in konkrete, funktionierende Formate zu überführen.
Generative KI spielt insbesondere bei der Umsetzung eine zentrale Rolle: Sie ermöglicht es, konzeptionell entwickelte Spielideen in maßgeschneiderte, offene technische Lösungen zu übersetzen und als Open-Source-Code zu realisieren. Dadurch lassen sich interaktive Games entwickeln, die nicht an die Einschränkungen vorgefertigter Templates oder proprietärer Plattformen gebunden sind, sondern genau auf die jeweiligen didaktischen Anforderungen zugeschnitten werden können.
Diese Form der Arbeit wirkt als Empowerment. Ideen, die vor wenigen Jahren nur mit erheblichem finanziellem Aufwand oder externen Entwicklungsressourcen umsetzbar gewesen wären, können heute im Rahmen universitärer Lehre realisiert werden. Technik und KI erweitern damit den Handlungsspielraum: Sie machen es möglich, didaktische Konzepte experimentell zu erproben, weiterzuentwickeln und offen zugänglich zu machen – ohne die Kontrolle über Inhalte, Struktur und Weiterverwendung aus der Hand zu geben.
Open Source und Nachnutzbarkeit
Weiterführende Informationen zur technischen Umsetzung, zu verwendeten Werkzeugen sowie zur offenen Entwicklungsstruktur finden sich auf der Projekt- und Dokumentationsseite unter hispanistica.com/games. Der Quellcode der Games-Module wird offen entwickelt und ist im GitHub-Repository verfügbar (inklusive Dokumentation und Lizenzhinweisen).
Diese Offenheit ist integraler Bestandteil des Projekts: Sie ermöglicht Nachnutzung, Anpassung und Weiterentwicklung und macht transparent, wie didaktische Ideen in konkrete technische Lösungen überführt werden.
Perspektiven
Die offene Anlage von Games.Hispanistica schafft die Voraussetzung dafür, das Projekt langfristig weiterzuführen. Neue Module, zusätzliche Spielformate und weitere Beteiligte können integriert werden, ohne das bestehende Konzept zu verändern. Offenheit bedeutet hier nicht Beliebigkeit, sondern die bewusste Entscheidung für ein wachsendes, gemeinschaftlich getragenes Projekt.
Games.Hispanistica versteht sich damit als Teil einer Lehrpraxis, die Transparenz, Nachnutzbarkeit und Weiterentwicklung ernst nimmt – und die technische Umsetzung konsequent in den Dienst hochschuldidaktischer Ziele stellt.